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Gefallen.
Berlin, 2026. Er möchte ihr eine Frage stellen. Möchte er das? Oder möchte er seine Antwort von ihr hören? Er möchte wissen, warum sie sich so anzieht, wie sie sich anzieht. Möchte er das? Oder möchte er meinen zu wissen, warum sie sich so anzieht, wie sie sich anzieht. Er fragt sie. „Weil es mir gefällt.“ Das gefällt ihm nicht. Er versucht es nochmal. „Aber warum gefällt dir denn genau das?“ „Ich weiß nicht, warum gefallen dir denn deine Jeans und dein grauer Hoodie?“

Sara Gjèn
24. März
Taub III.
Berlin, 2026. „Weil ich dir vertraut habe.“

Sara Gjèn
24. März
Taub II.
Berlin, 2026. „Aber du hast du nicht weggezogen, als ich dir näher gekommen bin.“

Sara Gjèn
24. März
Taub I.
Berlin, 2026. Sie kannten sich schon lange. Aber sie kannten es nicht, lange zu reden. Sie lernten es kennen. Und mögen. Sie lernten, offen zu sein. Sie lernten, zu vertrauen. Und es zu mögen. Eines Abends, es war ein Montag, redeten sie wieder. Lange. Offen. Vertrauensvoll. Sie vertraute ihm in einem langen Gespräch offen und vertrauensvoll an, dass sie sich oft wie gelähmt fühlt. Gelähmt von der Angst vor körperlichen Grenzüberschreitungen. Von der Angst, falsche Signale zu

Sara Gjèn
24. März
Liebe.
Berlin, 2025. Liebe ist, sonntags zusammen mit dem Partner auf dem Sofa zu liegen, obwohl man es nicht mag, auf dem Sofa zu liegen. Liebe ist, dem Partner zuliebe Dinge zu tun, die man nicht mag. Liebe ist ganz viel Körperkontakt. Liebe ist, jede freie Sekunde miteinander teilen zu wollen. …sagt jemand, der weiß, was Liebe ist. Hat er gesagt. — Liebe ist, sonntags nicht zusammen mit dem Partner auf dem Sofa zu liegen, wenn man es nicht mag, auf dem Sofa zu liegen. Liebe ist,

Sara Gjèn
24. März
Taktlos.
Berlin, 2025. Ich saß schon da, als er hereinkam. Später Abend. Ich hatte nichts bestellt. Er kam direkt auf mich zu und fragte, was ich trinken wolle. Ich zögerte. Nicht, weil ich unschlüssig war, sondern weil ich nicht vorbereitet war. Nicht vorbereitet, weil es mir gleichgültig war. Gleichzeitig wusste ich, dass ihn zu langes Zögern nervös machen würde. Also sagte ich: Bring mir gerne einfach einen Weißwein mit. Er kam mit zwei vollen Gläsern zurück. Wir stießen an. Und hö

Sara Gjèn
24. März
Blicke.
Berlin, 2025. Eine Vernissage. Eine Frau und ein Mann kommen ins Gespräch. Sie trägt ein kurzes schwarzes Kleid, rote Pumps, lange rote Fingernägel, roten Lippenstift. Was er trägt weiß man nicht. Sie unterhalten sich. Angeregt. Aus angeregt wird aufgeregt. „Darf ich dir mal was sagen?“ Darf er? „So wie du aussiehst, also so zurechtgemacht und aufgestylt, hätte ich ehrlich gesagt erwartet, dass Gespräche mit dir oberflächlich und nichtssagend sind. Nicht böse gemeint, aber ic

Sara Gjèn
24. März
Ad absurdum.
Berlin, 2025. In Berliner Bars begegnen einem so einige Absurditäten. Mal ist es das Publikum. Mal sind es die Geschichten. Und manchmal ist es auch einfach nur ein Satz. Oder ein Satzanfang. „Ich weiß, du magst das nicht, aber …“ Aber was eigentlich? …aber jeder mag das? …aber stell dich nicht so an? …aber ich meine es doch nur gut? …aber das wird man ja wohl noch sagen dürfen? …aber so schlimm ist das doch nicht? …aber ich weiß besser, was gut für dich ist? …aber ich übersc

Sara Gjèn
24. März
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