Schmeckt es?
Berlin, 2026
Er wirft in seinen Topf:
Die Lautstärke einer Antwort mit dem Schweigen verweigerter Verantwortung.
Die Provokation einer „Tante“ mit der Präzision einer jahrelang geplanten Inszenierung eines ruhigen, höflichen Mannes.
Die Unverschämtheit im Tonfall mit der Niedertracht in der Absicht.
Die Frechheit, die Maske herunterzureißen, mit der Feigheit, sich hinter ihr zu verstecken.
Die systematische Manipulation von Gefühlen mit der punktuellen Erregung über ein falsches Wort.
Die mutwillige Zerstörung von Existenzen mit der Störung eines gemütlichen Fernsehabends.
Das Aufbegehren gegen das Unrecht mit dem Beharren auf der Lüge.
Die hässliche Wahrheit mit der hübschen Täuschung.
Das Brechen der Etikette mit dem Brechen eines Menschen.
Je länger er rührt, desto mehr vermischen sich die Zutaten.
Sie werden zu einer Einheit…
…zu einem Einheitsbrei.
Alles schmeckt nun gleich.


